Hallo an alle,
ich hoffe euch geht es allen gut!
Als aller erstes möchte ich mich bei allen bedanken dir mir dieses Jahr in Süd Afrika ermöglicht haben.
Die ersten 2 Monate meines Zivildienstes liegen nun schon hinter mir und nun habe ich mir mal die Zeit genommen euch ein wenig von meinem Dasein in Afrika zu berichten. Mit Sicherheit kann ich euch nur einen Bruchteil meiner Eindrücke, oder von dem was ich hier erlebe, übermitteln.
Eines vorne weg, für alle die denken das es hier 40C° im Schatten hat und ich nicht mehr aus dem schwitzen komme haben sich geirrt. Die letzten zwei Monate war es Winter und der Frühling hat gerade erst begonnen.
Aber mal ganz von Anfang an. Mein Zivildienst, oder besser gesagt FSJ, begann in der schönen Stadt Freiburg auf einem dreiwöchigen Vorbereitungsseminar, das durch meinen Träger „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiner“ durchgeführt wurde. Es diente zur Vorbereitung für meinen Auslandsaufenthalt. Das bedeutete für mich eintauchen in eine anthroposophische Welt. Für mich persönlich war schon einiges neues dabei, da ich nie auf einer Waldorfschule war oder Erfahrungen in dieser Richtung hatte.
4 Tage früher, weil es meine Dienststelle forderte, verließ ich das Seminar und flog mit British Airways ab Frankfurt Richtung London und von dort aus nach Kapstadt. Ja und jetzt lebe ich ein Jahr in Afrika oder besser gesagt Süd Afrika. Das Süd Afrika unterscheidet sich nämlich schwer von Afrika. Jeder von uns weiß, dass es die Apartheid gab, und dass der Unterschied zwischen arm und reich sehr groß hier ist aber das ist nur ein Teil. Erklärung wird folgen…
Meine Einrichtung liegt ca. 150 km entfernt von Kapstadt im super schönen, direkt am Meer gelegenen Hermanus. Die Stadt wurde sogar 2004 zur saubersten Stadt Süd Afrikas gekürt. Hermanus wie auch die ganze Kapregion erscheint mir sehr westlich. Es gibt hier nichts was es nicht gibt. Aber nun mehr zu meiner Einrichtung.
Das Camphill Hermanus besteht aus einer Farm und einer Schule, das sind zusammen ca. 16 Häuser. Ich arbeite im Haus Bohemia mit 4 andern Co-Workern zusammen. Wir betreuen 8 Behinderte von morgens bis abends und helfen dann noch abwechselnd in der Schule. Möchte ja nicht sagen es wäre zu viel, aber manchmal sind 13 bis 14 Stunden am Tag einfach zu viel. Zum Ausgleich dafür haben wir 11 Wochen Ferien. Und es bekommt jeder Co-Worker einen Tag in der Woche frei an dem wir
zum Strand gehen, in die Stadt fahren oder einfach nur relaxen können. Ja es gibt viel zu viele schöne Sachen hier die man unternehmen kann.
Hauptsächlich kümmere ich mich im Moment um Johan, ein 9 Jahre altes coloured Kind mit Alcoho-Syndrom. Er ist hyperaktiv und dehydriert sehr schnell weil seine Mutter in der Schwangerschaft Alkohol konsumierte.Ich weiß, dass er auf den Fotos süß aussieht aber das ist er leider nur in den seltensten Fällen. Kleiner Teufel trifft es meist besser, aber mit der Zeit komme ich immer besser mit ihm zurrecht. Er ist echt super aktiv, das hat seine Vorteile wie auch Nachteile. Ich gehe deswegen auch öfters mit ihm Wandern, Joggen oder Fahrrad fahren. Dann bin ich abends echt geschafft, nur Johan dreht dann erst richtig auf.Die Schule dauert jeden Tag von 9 Uhr bis um 16 Uhr. Die restliche Zeit bis zum Abendessen unternehmen wir dann unterschiedliche Aktivitäten mit den Kindern. Je nachdem was für Wetter herrscht, gehen wir schwimmen in unserem Swimming-Pool, shoppen, wandern, oder einfach nur im Garten spielen. |